Ein Tag in London oder die verrückte Reise in einem Reisebus

Hallöle,

 

Nachdem ich ja im Januar schon in der Hauptstadt von Frankreich gewesen war, ging es dieses Mal auf die britische Insel rauf.

www.continentbus.com/ war das Mittel der Wahl gewesen und mit dieser Gesellschaft war ich ja auch schon in Paris gewesen und bin beeindruckt über die Busfahrer und ihre wirklich preisgünstigen Angebote. 🙂 (Paris für gerade mal 22 EUR + Transfer oder London 33 EUR) Das ist mal ein Preis, nachdem man sich die Finger lecken kann. Für mich als Duisburger hat es lediglich 10 EUR Transfer gekostet. Das ist ein Kurs, den man da gerne bezahlt. Die Abfahrt ab Duisburg war mit 22 Uhr angegeben, durch das Wetter und andere Fahrgäste (?) sind wir mit etwa 10 Minuten Verspätung losgefahren. Aber das ist absolut in Ordnung, da wir mit dem Bus erst nach Düsseldorf fahren mussten, um den Bus in Richtung London besteigen zu können. Der Omnibus, der uns aus Duisburg geholt hat, als Zubringer fungiert, fuhr weiter nach Paris bzw ins Disneyland Paris weiterfährt. So haben die Wagen aufeinander gewartet und Fahrgäste in ihren richtigen Reisebus gesetzt und damit ging es los zu den Zielen. Was ich vorher nicht wusste, es gibt auch in Reisebussen eine Anschnallpflicht. damit hätte ich ja nicht gerechnet, aber irgendwie kann ich es ja auch verstehen, dass jeder sich anschnallen muss, wenn er mit einem Bus verreisen möchte.

Also: angeschnallt und los geht’s!

Um kurz nach 23 Uhr ging es auf die Autobahn gen Großbritannien. Zwischenzeitlich mussten wir noch in 2 weiteren Städten Personen einsammeln und dann fuhren wir in fast einem Zug bis zur Fähre in Grünkirchen. Etwa eine Stunde vor dem Grenzübergang haben wir für die Raucher unter uns eine kleine Pause gemacht und die letzte Stunde ging es auf die letzten Kilometer vor der Grenze. An selbiger hatten wir ein kurzes Zeitfenster, an der wir sowohl französische, als auch die britische Länderlinie überschreiten sollten. Dabei hatten wir leider eine etwas größere Verzögerung, weil es scheinbar ein Problem mit 2 Fahrgästen bzw. mit ihren Visa gab. Infolgedessen hatten wir einen Zwangsstop von mehreren Minuten über uns ergehen lassen und haben dann passenderweise letztendlich unser Schiff zum Übersetzen auf die Insel verpasst. So kamen wir in den Genuss von 2 Stunden schnuckeligen Ausblick auf die Hafenanlagen bzw. auf das Areal, wo alle Fahrzeuge abgestellt werden, bevor das Boarding beginnen kann. Irgendwie hat das Hafengelände ja auch was schönes, sooooo viele schöne Zäune und der Natodraht, der es jeden ermöglicht, der darauf steht, sich auf vielfältige Art und Weise selbst zu verstümmeln. 😀 Aber was will man erwarten? Schließlich sind wir ja in einer Grenzregion, wo keine, nicht kontrollierten, Personen Zugang erhalten.

Tschüss Festland!

Nu denn, mit Schwung auf die Fähre und rüber auf die Insel 🙂

Seeblick mit schönen Sonnenstrahl

Da das Schiff nur eine gewisse Geschwindigkeit erreichen kann, brauchten wir für die Überquerung des Kanals zwischen Dover und Grünkirchen (fragt nicht, aber es gibt diese Stadt tatsächlich!) knappe 2 Stunden. Das Boot schwankte etwas, aber die gute Nachricht ist: Es ist alles drin geblieben! 😀 Das ist ja die Hauptsache, oder? (nun ja… es hat (Achtung kleiner Spoiler!) jemand sein Magen nicht behalten, aber wann, das wird noch nicht verraten.) Zumindestens waren wir ja schon mal heil auf der Insel angekommen und nach kurzer Fahrt von unter zwei Fahrstunden waren wir endlich wohlbehalten in London eingetroffen und wurden auf die Metropole losgelassen.

Englands Steilküste

Manche von unserer Reisegesellschaft hatten auch eine Stadtrundfahrt gebucht, in der alle Sehenswürdigkeiten abgefahren wurden. Diese wurde nicht von unserem Unternehmen veranstaltet, sondern es wurde ein Ticket ausgegeben, die Teilnahme an einer, vom örtlichen Unternehmen durchgeführten, Führung berechtigt. Da ich am liebsten die Stadt selbst auf eigene Faust erkunden möchte und mir dabei gerne die Hacken krumm laufe, bin ich auf solche Führungen nicht scharf, da auf solchen Touren zwar interessantes Wissen über die Gebäude vermittelt wird, aber wer nicht daran interessiert ist, wird sich ziemlich schnell langweilen.

Die Tower-Brigde

Zum Spaß bin ich in Paris mal auf einer geführten Seinefahrt dabei gewesen (andere Geschichte, kommt aber demnächst definitiv auch hier im Blog, versprochen) und muss zugeben, dass ich auf dieser Fahrt einiges dazugelernt habe (wie gesagt, es kommt definitiv in der anderen Geschichte dran.) Nun ja, wo war ich? Ach ja, da ich eher weniger der Typ bin, der sich ein festes Programm vorgeben lässt, schließe ich diesen Punkt regelmäßig aus und erwarte, dass ich an meinen Zielpunkt gefahren werde und dann dort selbstständig agieren kann. Bei Anbietern, die sowas anbieten, bin ich gerne Kunde und lass dort auch mein Geld. Wie halt ContinentBus. Diese Gesellschaft erfüllt diese Punkte, und ich werde auch weiterhin an diese Firma weiterhin kontaktieren, wenn mich das Fernweh mal wieder packt und ich für ein Wochenende mal aus Deutschland bzw. aus NRW raus muss. Denn die Preise sind was das angeht echt anständig.

Westminster Abby

Aber zurück zu London. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber im Großen und Ganzen wurde es erfüllt.

Ehrendenkmal, auf dem weißen Schild steht, dass man bitte aus Anstand nicht heraufklettern möchte

Schon auf der Fahrt übers Wasser habe ich mich die meiste Zeit auf dem offenen Deck aufgehalten und meine Nase in den Wind gehalten. Euch zugute kommt es in sofern, dass ich auch einige richtig hübsche Fotos machen konnte.

🙂

Sonnenaufgang morgens an Deck

In ganz London roch es ähnlich, ob die Themse oder mein Geruchssinn mich ein wenig getäuscht hat, kann ich mit Sicherheit nicht bestimmen, aber ich muss für mich sagen, dass ich echt glücklich war.

Bis ich mich mit dem Ticketsystem auseinandergesetzt habe, hat es eine Weile gedauert (wo sich mein kleines Engelchen mit dem Teufelchen einen Wettstreit geliefert haben, weil der Preis für eine Undergroundkarte ( =Tubekarte) in meinen Augen mit 12,70 Pfund pro Tag, ein wenig happig war, und das Teufelchen stimmte mir aus voller Kehle zu. Zum Schluss setzte sich der Engel aber deutlich gegen den Teufel durch, weil es mich an meine Tour durch Paris erinnert hat (ja ja..) wo ich ja total groggy danach war. Schlussendlich kaufte ich mir das Ticket dann doch und ich habe diese Entscheidung echt nicht bereut.

Westminster Station Eingang

Das Ticketsystem war wirklich einfach aufgestellt. Es ist gewissermaßen wie in Sachsen, wo es verschiedene Zonen gibt, in der man ein entsprechendes Ticket benötigt. (Als Beispiel: die Innenstadt wird als Zone 1 bezeichnet. Alles was darüber in den nächsten 3 Km darüber hinaus geht, wird als Zone 2 beschrieben. usw. Man muss nur angeben, für welche Zone es gelten soll und welcher Zeitraum eingetragen wird.)

sowas sieht man, wenn man mal die normalen Pfade verlässt

Wobei ich dazu sagen muss, dass ich eigentlich nur zu meinem Ziel grob gefahren bin und von der Haltestelle aus, halt wie immer, auf eigene Faust losgezogen bin. Irgendetwas, was mich plötzlich „anspringt“ kommt mir immer vor die Augen und das eigentliche Ziel hat dann erstmal Pause, bis ich diese Neugierde befriedigt habe.

Leider keine Tardis

Das, was mir als verlockend gewunken hat, taucht immer in Rudeln auf. Es ist nicht nur einmal vorgekommen, dass mich ein Gegenstand angelacht und dabei seine Brüder und Schwestern zwischen sich und mich aufgestellt hat. Aber nun gut, manches war wirklich verlockend, anderes jedoch leider nicht das, was ich mir erhofft habe, so isses doch meistens. Anfangs sieht es sehr verlockend aus, aber dann stellt es sich als total gewöhnlich und uninteressant heraus.

Die Briten brauchen offenbar noch eine Beschriftung für die Stockwerke außen 😀

Auf diese Weise konnte ich den ganzen Tag rum bekommen, ohne mich wirklich zu langweilen 🙂 und das ist ja auch Sinn und Zweck gewesen an der Fahrt, mal den Kopf frei bekommen, einfach eine unbekannte Stadt besuchen, oder zum Erinnerungen auffrischen, besuchen und erkunden.

Der Buckingham Palace

Vielleicht hat sich ja wieder etwas geändert, was du so noch nicht kanntest. Da die Zeit ja begrenzt war, musste leider auch manches hinten angestellt werden, welches doch gerne erledigt werden können. Aber die Stadt ist ja nicht aus der Welt, sondern kann immer wieder neu besucht werden, dann vielleicht auch mit mehr Zeit, dass man sich genaue Vorstellungen macht, die man dann auch nach Möglichkeit erfüllen kann. Das wäre zu mindestens mal eine Möglichkeit sich richtig darüber zu freuen, was man dann schon alles gesehen hat und die Augen für neue Brüder und Schwestern offen hält.

Die Waterloo Station von außen

Was mich besonders positiv überrascht hat, war der St. James Park nahe des Buckingham Palace. Künstlichkeit findet man dort eher weniger, stattdessen sind da mehr Tiere, welche Artgerecht gehalten werden. Es gibt zwar einen Zaun, aber der ist lediglich ~50cm hoch und dient nur dazu die Menschen von den friedlichen Wesen fernzuhalten. Dort laufen auch einige Eichhörnchen frei herum und sind so zutraulich, dass sie sich füttern lassen, und das sieht soooooo niedlich aus! Ihr könnt euch das gar nicht vorstellen 🙂

Die Spaceinvaders schlagen jetzt zurück
Ist er nicht süß?

Hier könnt ihr euch das Video ansehen, wo das Hörnchen genussvoll futtert: Sieht doch zum verlieben aus, oder?

Aber auch andere schöne Tiere sind dort zu finden. Unter anderem schöne schwarze Schwäne und orangefarbene Enten. Natürlich gibt es auch noch mehr Tiere, aber die sollt ihr euch selbstverständlich selbst ansehen.

Nachdem der schöne Tag vorbei ist, muss es ja auch wieder irgendwie nach Hause gehen. Nun ja… nachdem wir schon am Morgen die Fähre verpasst haben, weil ein Visum gefehlt hat, haben wir uns alle gemeinsam entschlossen, uns eine halbe Stunde vorher zu treffen, damit wir rechtzeitig abfahren können.

Wundervoller Schwan, oder?
Quaaack!

Ich sag es mal so: WIR Fahrgäste waren alle da gewesen. Nur… der Fahrer hat sich nicht blicken lassen. Hat doch auch was, oder? Nach etwas über einer halben Stunde später kam er auch zum Bus und hat uns, wie wir da so frierend standen rein gelassen. Dabei hat ein Fahrgast eine, wie sich noch herausstellen wird, wichtige Information dem Busfahrer gegenüber leider vergessen zu erwähnen. Aber dazu gleich mehr. Mit etwas Verspätung sind wir dann auch von London aus losgefahren.

Palastwache

Um…. nur kurze Zeit später an einer Bushaltestelle wieder stehen zu bleiben. Was war passiert? Etwas so altes, seitdem es Busse gibt und eine entsprechende Unverträglichkeit dagegen, bzw. die Mischung aus interessantem Fahrstil, kalter Bus und einem inkompatiblen Magen. Plötzlich roch es etwas komisch im Omnibus. Nun gut, sowas kommt halt mal vor und ist wahrscheinlich schon jedem passiert der mit einem Reisebus unterwegs war. Das Gesicht des Fahrers nahm einen leicht geknickten Ausdruck an. Zumindest spornte ihn das an, auf jeden Fall die Fähre zu erreichen, damit wir pünktlich um 00:00 Uhr auf das Festland zurückkehren können.

New Scotland Yard – Der Arbeitsplatz von John Sinclair

Doch…. als wir in Dover am Hafen angekommen sind, stellte sich erst heraus, dass einem Fahrgast der Ausweis fehlte, bzw das Portemonnaie bereits in London gestohlen wurde. Zusätzlich fehlte laut der Liste, die wir für den Zoll ausfüllen mussten, eine Person. Großes Rätselraten war angesagt! Wo kann denn die vermisste Person sein? Ist sie etwa schon bei der Abfahrt aus London nicht mehr dabei gewesen? Es stellte sich heraus, dass der Mensch ÜBERHAUPT nicht an der Reise teilgenommen hat und es nicht aufgefallen ist. Wo Menschen arbeiten und zusammen sind, passieren Fehler. Shit happens! Nachdem diese Sachlage geklärt war, ging es munter weiter mit dem gestohlenen Ausweis. Die Beamtin stellte sich quer und wollte uns erst frühestens am nächsten Vormittag weiterfahren lassen. Unser Busfahrer hat die Zöllnerin aber bekniet und nachdem auch eine Bestätigung angekommen war, (Mutmaßung!!!) ließ sie uns passieren, jedoch… ihr ahnt es mit Sicherheit schon…

Das bekannte Wahrzeichen von London

Es gab ein weiteres Problem…. Die Fähre, welche um 0 Uhr fahren sollte, gibt es nämlich nicht! Zumindest nicht nach Grünkirchen, sondern lediglich nach Calais. Was eine kürzere Seereise zur Folge hat, aber der Landweg wird etwas länger ausfallen. aber uns ist mittlerweile wirklich alles recht, solange wir irgendwie JETZT BITTE nach Hause kommen.

Die Preisliste für den Tower of London

Wobei… Etwa bzw. sogar 2 Sachen gibt es natürlich zu berichten, wäre ja sonst keine vernünftige Klassenfahrt ähhhhh Reise mit einem verrückten Bus. Einen Schnarcher haben wir mittlerweile auch schon erhalten, dabei bin ich das doch!! Geht ja mal gar nicht, das die mir den Rang streitig macht! Und gerade beim Boarden (also das Auffahren auf das Schiff gab es fast eine Kettenreaktion mit drei Fahrzeugen… Wenn schon denn schon, heißt es ja bekanntlicherweise… Ein Auto mit einem Anhänger kam die Rampe nicht mehr weiter hoch, da es stand und die Reifen keinen Griff auf dem glatten Untergrund erhielten. So musste der Fahrer ein kleines Stück zurücksetzen, um die Traktion wieder zu erhalten. Dieses hat auch geklappt, nur… Das Auto hinter ihm fand das jetzt verständlicherweise nicht ganz so witzig, schließlich ist der Abstand schon auf wenige Zentimeter zusammengeschrumpft und ließ ein wenig seinen Wagen zurückrollen. Dumm nur, dass schon ein weiteres Fahrzeug den Dreier vervollständigte. So durfte erst der Letzte zurücksetzen, dann der Mittlere und schließlich der Wagen mit dem Anhänger. Mal sehen was noch so passiert. Sind ja noch einige Kilometer auf der Autobahn.

Die Sünderpforte am Tower

Okay… wir kamen nicht mal soweit… Die Fähre hat planmäßig ab und auch wieder angelegt… nur… als es ans Einsteigen ging, jooaaaa, ratet mal… Ich sag nur… Die FAHRGÄSTE waren alle vollzählig anwesend. 😀 Vom Fahrer fehlte jede Spur, obwohl das Ausschleusen der Fahrzeuge unter Deck schon mittlerweile angelaufen war und die ersten Autos schon darauf brannten, von Bord zu kommen.

Zum Schluss sind wir dann mit dem Bus von Calais aus nach Deutschland ohne Zwischenstopp durchgefahren. An unserem ersten Haltepunkt in Aachen sind dann noch die Fahrgäste aus Paris zu uns in den Wagen gestiegen, die auf der Route aussteigen mussten. Ich hab mir sagen lassen, dass der Trip von ihnen nicht mal halb so spektakulär gewesen, wie bei uns. 😉

Der Doctor hat auch hier seine Spuren hinterlassen

Abschließend muss ich aber unserem Fahrer echt gute Nerven bescheinigen. Ich hätte irgendwann echt keine Lust mehr gehabt und alle Fahrgäste raus geworfen und den Bus angezündet! Der Busfahrer hatte echt die Ruhe weg gehabt. Sowas bewundere ich wirklich und er hatte sich auch selbstverständlich ein kleines Trinkgeld verdient, was ich ihm natürlich auch gegeben habe. Wenn ihr mal auf den Gedanken zu einer Städte-Tour aufbrechen wollt, dann kann ich euch wirklich die Gesellschaft ContinentBus nur wärmstens ans Herz legen.

 

Bis zum nächsten Eintrag 🙂

Eine Antwort auf “Ein Tag in London oder die verrückte Reise in einem Reisebus”

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