Der Luftballon – Prolog

Irgendwo in Deutschland zur Jahrtausendwende in einer kleinen Stadt, mitten im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, erwacht ein Luftballon zum Leben. Der Tag, an dem diese Geschichte beginnt, war ein strahlend sonniger Tag im Sommer. Die Sonne schien ihr bestes zu geben, denn bereits am frühen Nachmittag überschritten die Temperaturen die Marke von dreißig Grad. Und ein Ende war noch nicht abzusehen, die Vorhersagen vom Vortag sagten Werte von bis zu fünfunddreißig Grad vorher. Dabei sollte keine Wolke den makellosen blauen Himmel trüben.

Es macht ein lautes langes pffffft und ein neuer Luftballon wird erschaffen. Keiner aus Aluminium sondern ein ganz profaner Ballon aus Gummi. Seine Größe war ungefähr ein doppelter Erwachsenenkopf. Mit Helium gefüllt, steigt er hinauf in die Lüfte. Bevor er davonschweben konnte, wurde er durch eine dünne Schnur fest an dem großen Ständer unter ihm gehalten. Das leise Surren, als sich die Schnur spannte, war kaum zu hören. Jetzt war er oben zwischen seinen stummen und leblosen Brüdern und Schwestern, die alle verschiedene Aufdrucke hatten.

Er genoss es, sich in seinem neuen Element zu bewegen. Ein großes, mit schwarzer Tinte aufgemaltes, freundlich lachendes Gesicht zierte seine grellgelbe Hülle. Mit diesem sah er sich neugierig in der Gegend um. Er war auf einem großen Festgelände mit vielen Fahrgeschäften. Um ihn herum war, laute Musik zu hören. Ganz klar, er war auf einem großen Jahrmarkt. Überall um ihn herum blinkten die Buden und versuchten mit lauter Musik für ihr Geschäft zu werben.

Die Menschenmassen strömten durch die großen breiten Wege. Alle sahen sich vergnügt um und scharrten sich um die großen und kleinen Geschäfte. Vor den spektakulären Fahrgeschäften bildeten sich große Trauben, um zu sehen, wie die Fahrgäste umhergeschüttelt wurden. Nicht wenige machten mit ihren Kameras Fotos. Die Stimmung unter den Menschen war gut und frohgestimmt.

Direkt gegenüber war ein großes Fahrgeschäft aufgebaut. In großen bunten Lettern stand auf buntem Hintergrund »BREAK DANCE Nr. 2« Die Buchstaben wurden von Lichtern beleuchtet, dass der Schein sich auf seinem Gesicht widerspiegelte. Während er sich im leichten Wind bewegte, sah er auch die anderen Geschäfte um seinen Stand herum. Rechts neben ihm war eine Schießbude, an deren Dach eine Vielzahl von glücklich aussehenden Plüschtieren und anderem Spielzeug herunterhing. Auf der Linken Seite stand ein Fahrgeschäft für Kinder. An vielen Stangen, durch ein Drahtgestell in der Mitte verbunden, drehten sich kleine Raumschiffe, die sich langsam im Kreis drehten und manchmal nach oben und wieder nach unten bewegten. Wenn er nach hinten sah, erblickte der Ballon einen großen Turm, an dem sich eine Scheibe mit atemberaubender Geschwindigkeit auf und ab fuhr. Von weitem sah das Gesicht eine beeindruckend große Stahlkonstruktion, die etwas seltsam mit ihren Schleifen und Schrauben aussah. Zeitweise fuhren Gondeln in rasender Geschwindigkeit an dem Gerüst entlang.
Lautes Kindergeschrei riss ihn aus seiner Beobachtung. Vor ihm in einem Kinderwagen saß ein kleiner Junge und schrie sich die Seele aus dem Leib. Da er Mitleid hatte, sah er zu dem Kind herunter und verzog das Gesicht zu lustigen Grimassen und der Erfolg setzte sofort ein. Er hörte auf zu schreien und lachte los. Wie er später erfahren sollte, hieß der Junge Tom und war gerade drei Jahre alt geworden. Seine Eltern Tabea und Jürgen waren in den sogenannten Mittdreißigern und kannten dieses Gebrüll gut genug, um zu wissen, dass er etwas gesehen hatte, was ihm gefallen hatte und er unbedingt haben wollte. Von ihrem Sohn aufschauend sahen sie zu dem Ballon, der wieder sein ursprüngliches Gesicht aufgesetzt hatte und lächelte nun wieder. Das Lächeln schien den kleinen Tom magisch anzuziehen, so fasziniert sah er auf den Ballon.
»Aber Tom, du hast doch Zuhause eine Menge Ballons. Da brauchst du doch nicht noch einen.« versuchte Tabea ihren Sohn zum Weitergehen zu überreden. Doch dieser warf sich auf den Boden und weigerte sich aufzustehen selbst das Zerren seines Vaters ignorierte er gekonnt. Diese Situation war den beiden Erwachsenen sichtlich peinlich, denn mittlerweile drehten sich auch andere Menschen den Dreien zu. Da sich Tom weigerte weiterzugehen, erbarmte sich Jürgen und kaufte den Ballon, der glücklich strahlte, als sein Band nach unten gezogen und am Handgelenk von Tom befestigt wurde. Augenblicklich beruhigte sich der Junge und strahlte über das gesamte Gesicht.
Jetzt konnten die drei Personen weiter fröhlich über den Jahrmarkt gehen.

Diesen Kauf werden alle nicht so schnell vergessen.

To be countinued

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